Mittwoch, 3. April 2013

Alte Motive

Was passiert, wenn wir gehen?

Mit den Orten, die wir besuchten, die Eindrücke, welche wir mitnehmen durften und die Geschichten, die wir weiter gegeben haben?

Diese Frage beantwortete sich uns, als wir erfahren haben, dass einer unserer liebsten Orte bald nicht mehr sein wird. Einige werden die Zementfabrik, über welche wir geschrieben haben, noch in Erinnerung haben. Doch diese Erinnerungen stimmen nun nicht mehr mit der Realität überein. Fast könnte man behaupten, seien unsere alten Bilder ein Fenster in eine andere Welt ...

Ich musste diesem Drang folgen.
Dem Drang, alles alte neu zu entdecken, die Fabrik erneut zu besuchen. Bis jetzt haben wir Gebäude gemieden, von denen wir wussten, dass diese bewacht waren, oder sich dort aus sonstigen Gründen Menschen aufhielten. Dies war sozusagen einer der großen Schritte bei der Auswahl eines neuen Abandoned Places. Hierzu verwenden wir beinahe alle möglichen Daten, seien es Satellitenbilder, vorangehendes ausspionieren oder Geschichten und Niederschriften im Internet. Doch hier war mir bewusst, dort gibt es andere.

Und dieses Wissen hat die Spannung um ein vielfaches Erhöht. Denn im Normalfall drehen sich meine Gedanken beim Betreten eines verlassenen Ortes um die Motive, welche mir vor die Linse kommen und die Gefahren, welche von den baufälligen Gebäuden ausgehen. Auf andere Personen nehmen wird normalerweise nur beim Betreten und Verlassen Rücksicht genommen. Bereits bei der Anfahrt, welche über eine Stunde dauerte legte ich mir einen Plan für die Umgehung möglicher Kontakte zurecht, doch dieser sollte zunichte gemacht werden ...

Überall Schilder:
 - Eltern, gebt auf eure Kinder acht!
 - Zutritt ist nur zugelassenen gewährt!

Doch das Schlimmste war, dass alle möglichen Eintritte verriegelt waren, selbst das kaputte und mehr als beengte Fenster hinter dem undurchsichtigen Gestrüpp war versperrt worden. Dieses Fenster war unser Zutritt beim ersten Besuch gewesen. Fast schon könnte man dies als das Fenster in die andere Welt bezeichnen, eine Welt, die der unsrigen nun versperrt ist. Der Plan musste geändert werden. Einige Minuten streifte ich um das Gebäude herum, achtete auf Arbeiter und Anrainer und darauf, nicht entdeckt zu werden. Und im passenden Moment huschte ich über den Zaun, nahe der Fabrik und begann den rutschigen Hügel hinaufzuklettern. Nun musste ich nur mehr das alte Wasserreservoir überwinden um von dem Blick, der sich mir bot erschreckt zu werden.




Was war hier nur passiert? Ich hatte die Fabrik so prachtvoll und mächtig in Erinnerung, doch davon war nun beinahe nichts mehr zu sehen. Zwei Bauwerke waren übrig geblieben, umgeben vom Schutt und den Überresten ihrer Nachbarn.

Ich habe noch immer den überdachten Durchgang vor Auge, den man hier hätte sehen sollen, und ein paar Schritte rechts von mir war der Eingang zu einer riesigen und unüberschaubaren Halle.
Doch genug der Sentimentalität. Diesmal war das Reinkommen selbst erheblich schwieriger. Ich musste über eine bröckelnde Mauer in ein kleines Fenster klettern, um in das Innere zu gelangen.





Über den wackeligen Stiegenaufgang hinter der bröckeligen Fassade kommt man bis nach oben, bis zu dem großen Loch in der Mauer. Von diesem Punkt aus konnte man über eine von Rost zerfressenen Brücke in sein Zwillingsgebäude.

An diesem Punkt hatte ich nicht mehr all zu viel Zeit, ein Stativ aufzubauen und mich um die perfekte Belichtungszeit zu kümmern, vielmehr hatte ich damit zu tun, so schnell wie möglich so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und zu verschwinden. Ja, ich wurde entdeckt.
 
 






 
Abschließend möchte ich noch sagen, ist es ratsam, unsere ungeteilte Aufmerksamkeit etwas ganz bestimmten zu widmen und unser Spektrum an Möglichkeiten um uns herum verfallen zu lassen?
 



 
 
 
Die Sonne war schon hinter dem Hügel verschwunden und die kühle Luft hat die Umgebung um einiges ungemütlicher werden lassen. Es wurde Zeit zu gehen, bevor ich noch mehr Aufmerksamkeit erregt hätte. Schnellen Schrittes bewegte ich mich den Hügel hinunter, von dem ich gekommen war, darauf achtend nicht gesehen werden. Noch ein letzter Sprung über den Zaun und ich würde wieder ein normaler Fußgänger sein.

Ein guter Tag.




Copyright by Magdalena M. & Philip D.

Montag, 25. Februar 2013

Are we really free?

Die ersten Zeilen im neuen Blog.
Doch etwas aufregend, und trotzdem fange ich einfach mal an.

Wie ist eigentlich unser Header-Bild entstanden? Dieses Bild entstand bereits vor geraumer Zeit, weil es jedoch Anklang bei diversen Hobbyfotografen fand, dachte ich mir, warum nicht, nimm es doch als Header.
 
Zum Motiv.
 
Dieses kleine Schiff in der Flasche, welches etwa Daumenlang ist, bekam ich vor etlichen Jahren bei einem Familienurlaub von meinem Vater gekauft. Wann und wo genau das war erinnere ich nicht, doch wahrscheinlich ist die Luft im inneren noch immer salzig und weckt das Fernweh in mir. Ob ich es mir nur einbilde, dass es auf einem typischen südländischen Stand nahe dem Meer unter unzähligen anderem Kram gelegen hat und auf mich gewartet hat? Ich denke es ist schon erstaunlich, welche Geschichte die vielen kleine Dinge in unseren Zimmern, in unseren Wohnungen haben. Doch weit erstaunlich ist, dass wir beinahe jede Geschichte jedes Dinges kennen und schätzen.
 
 






Doch dieses kleine Schiff in der Flasche symbolisiert, so sehe ich es, doch weit mehr als nur ein kleines Andenken an südländische Markstandhektik und die Gischt der See. Ein Schiff, wie es so frei in den Wellen treibt, umgeben von unendlich scheinenden Wassern, und doch gefangen in einer Flasche, verkorkt und abgeschottet. Dieses Bild symbolisiert unsere Gedanken. Freiheit definiert sich in unseren Gedanken. An jenem wunderbaren und kreativen Ort erleben wir die wahre Freiheit. Es gibt keine Verpflichtungen, unsere Ziele werden von uns selbst definiert. Und die meisten dieser Gedanken bleiben in uns, zurückgehalten durch die Gesellschaft, wie durch einen Korken. Ist dies nun schlecht? Ich denke nicht. Unsere Gedanken machen uns aus, wir haben tausende davon am Tag, und würden wir sie alle herauslassen, so bliebe nur leere zurück.

Die Entstehung.

Für die interessierten unter Euch ist hier die Entstehung nachzulesen. Wer sich sehr für Macro, Schwarz-Weiß oder hohe Kontrast-Fotografie interessiert kann sich hier vielleicht den einen oder anderen Tipp holen.
Die Aufnahme entstand, wie man vermuten würde, in einem geschlossenen Raum am Abend. Dies lässt auf den logischen Schluss schließen, dass der Raum mit künstlichem Licht beleuchtet wurde. Doch anstatt euer Geld in Tageslichtlampen zu investieren, könnt ihr einfach euren PC-Bildschirm verwenden. Dazu habe ich einfach ein weißes Bild im Vollbildmodus anzeigen lassen und die restlichen Lichtquellen im Raum ausgeschaltet. So hat sich der Gelb-Stich auf Null reduziert und der Hintergrund ist zugleich fast perfekt Weiß. (Je nach Helligkeit des Monitors). Man muss lediglich auf den Mindestabstand zwischen Kamera und Monitor achten, da der Bildaufbau ansonsten das typische 'Flimmern' verursacht. Dies kann aber auch durch eine möglichst geringe Blendenzahl vermieden werden, da durch die geringe Tiefenschärfe der Hintergrund nicht mehr im Fokus liegt und das Flimmern somit unterdrückt wird.
 
Das Résumé
 
Natürlich erfordert eine solche Aufnahme ein paar Versuche, vor allem bei der Nachbearbeitung, bis man etwas geschaffen hat, das dem inneren Perfektionisten gefällt. Doch mit jeder Aufnahme ist man eine Erfahrung reicher und weiß andere Werke mehr zu schätzen, da man ein Gefühl für die Arbeit entwickelt, die dahinter steckt.
 
Dadurch hat sich in den letzten Monaten meine Auffassung über Gut und Schlecht sehr stark verändert. Denn ein Urteil ist auf den ersten Blick zu schnell gefällt. Dinge, hier ganz besonders Bilder und Fotografien, brauchen Zeit um ihre Wirkung zu entfalten. Und wenn man sich selbst so weit aus dem Fenster lehnen kann und sich die Zeit nimmt, findet man an Bildern gefallen, die beim ersten Anblick oft überblättert werden.
 
 
 
 
 
 
 
Copyright by Philip D. & Magdalena M.

Sonntag, 24. Februar 2013

Alles Neu.

Willkommen zurück!

Ich fasse die letzten 3 Tage einmal kurz zusammen;
Wie im letzten, bereits wieder gelöschten Eintrag angekündigt, haben wir das Wochenende damit verbracht, den Blog wieder etwas aufzubessern. Doch nicht nur das Design wurde vollständig erneuert, auch die Struktur der Posts wird in Zukunft eine andere sein. Wer sich nun denkt, der Blog hätte doch so gepasst wie er war, dem kann ich auch zustimmen, doch um den Reiz am Bloggen selbst nicht zu verlieren brauchten wir eine neue Unterlage, eine weiße Wand, die mit neuen Farben zum Leben erweckt wird. Und eben diese weiße Wand findet sich auch im Design wieder, die Bilder wirken anders, frischer und heller.
 
Denn der Fokus liegt auf ihnen, den Bildern, den Eindrücken, den energiegeladenen Aufschreien der Gedanken. Denn wie ein altes, sehr oft benutztes und dennoch sehr wahres Sprichwort besagt:

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
 
Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte. Und diese will erzählt werden, will anklang finden. Der Hintergrund, welcher hinter jeder einzelnen Aufnahme steht wird mit noch mehr Begeisterung und noch mehr Gefühl verfasst, denn jeder Ort, den wir auf unseren Reisen entdecken hat seine Vergangenheit. Und es ist wichtig die Vergangeheit nicht einfach hinter sich zu lassen. Egal, ob die Gedanken gute oder schlechte waren. Die Vergangenheit formte einst die Gegenwart.
 
Warum schauen wir nach vorne? Weil wir wissen was hinter uns war.
 
Zu den Einträgen der Kategorie 'Photography' kann ich nur folgendes sagen: Diejenigen, welche es interessiert, erfahren hier die Hintergründe zu den Werken (Die bereits vorhandenen Posts ausgenommen). Wir werden versuchen, die Aufnahmen so gut wie möglich zu beschrieben, nicht nur, wie sie technisch realisiert worden sind, sondern auch, welche Gedankenspiele zu ihnen möglich sind.
 
Und nun will ich euch nicht länger aufhalten und wünsche euch viel Spaß beim Erkunden eines neuen Territoriums! Doch vor allem freuen wir uns über euer Feedback zu unseren Änderungen!

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